Schlangengrube Zigaretten-Strategen - nächster Akt
Ausgelöst durch die Rauchzeichen-Kolumne «Das Kulturgut Zigarre droht unterzugehen» von Hans Bewersdorff ist hier ein Positionspapier von Philip Morris ausführlich diskutiert worden. Die Kernforderungen von Philip Morris: Gleichbesteuerung aller Tabakprodukte, einheitliche Testverfahren, ein Konzessionssystem für alle Akteure der Tabakbranche und «strikte rechtliche Auflagen für die Tabakwerbung».
Insbesondere die Forderung nach einer «fairen Besteuerung aller Tabakprodukte» stellt eine direkte Bedrohung der Zigarrenbranche dar. Der Verdacht von Bewersdorff: Philip Morris arbeite auf den «totalen Triumph der Zigarette» hin.
Dass sich Philip Morris als «Ritter der Rauchgeschädigten» präsentiert, ist offenbar nicht nur Hans Bewersdorff suspekt. Heute teilt Philip Morris mit, dass das Unternehmen aus dem deutschen Verband der Cigarettenindustrie austrete, weil «die Mitgliedsunternehmen des VdC heute unterschiedliche Meinungen in wichtigen Fragen unserer Industrie vertreten». Eine dieser Fragen ist laut Medienmitteilung von Philip Morris das «Bestreben um eine faire Besteuerung aller Tabakprodukte».
Auch eine Stellungnahme des Verbands der Cigarettenindustrie zum Austritt von Philip Morris liegt bereits vor. Ein kleiner Auszug:
Dagegen gab und gibt es im VdC bei der Bewertung der Tabaksteuer als Regulierungsinstrument unterschiedliche Auffassungen. Die verbleibenden Mitgliedsfirmen sind nach wie vor der Ansicht, dass eine weitere Anhebung der Tabaksteuer den Schmuggel von illegalen und gefälschten Cigaretten nach Deutschland, der heute bereits bei ca. 25% liegt, noch weiter vorantreiben würde. Der Verband wird auch weiterhin in der Bekämpfung des Schmuggels einen Schwerpunkt seiner Arbeit sehen und die Behörden bei ihrer Arbeit unterstützen.






Kommentare
Aber egal, die treten jetzt die Flucht nach vorn an und es ist doch schon alles vorbereitet, damit die Brüsseler- und Berliner Politikergilde bei der Stange bleibt.
Nun sind allerdings die Fronten geklärt und die Konradin Gruppe kann mit dem Neukauf von der Deutschen Tabakzeitung mal zeigen, was sie an Elan für die Tabakbranche übrig hat. Die Publikationen über die heißen Themen dürfen jetzt auch angefasst und erläutert werden.
Vielleicht trauen sich die anderen Marktteilnehmer mal aus der Deckung und machen zur Abwechslung mal den Mund auf. Große Veränderungen erwarten die Branche...
Lage und Ausblick...sehr treffend beschrieben und entspricht meiner Sichtweise:
" Wenn das "Tabakproblem" für die Brüsseler abgeschlossen ist, nimmt man sich bestimmt das nächste vor. Dort favorisiert man bereits jetzt ein Papier, aus dem hervorgeht, dass Alkohol unter allen Drogenarten auf Platz fünf eingestuft wird. Hinter vorgehaltener Hand ist zuerfahren, dass man beabsichtigt, für alle Eu-Länder die skandinavische Alkohol-Reglementierung zu übernehmen. Die Rolle, die Irland und Italien beim Tabak eingenommen haben, übernimmt dann Schweden für den Alkohol.
Und zur Lage speziell:
"Politiker zeigen in ihrem Verhalten Parallelen zu Pfauen-Weibchen:
Diese entscheiden sich fast immer für das Männchen, das das größte Rad schlägt (Anmerk. von mir: Wundertreffend Formuliert! Dankesehr!).
Unsere Branche muß neidlos anerkennen, dass unsere Gegenspieler viel besser aufgestellt sind, über ein hervoragendes Netzwerk verfügen und fast ausnahmslos die Presse auf ihrer Seite haben...
Wir haben den Vorteil, dass wir nun ziemlich genau wissen, wie die kommunikation dieses Netzwerkes funktioniert. Es ist bereits jetzt für uns schon fast eine leichte Übung, die Veröffentlichungen des DKFZ dank unserer Verbindung zu netzwerk-rauchen.de zu zerpfücken.
Das Hauptproblem sind nicht die Politiker, sondern die deutschen Medien.
Man muss ihnen nachweisen, dass sie im Grunde genommen Handlager für Eu-Pläne und rücksichtloser Globalplayer sind.
Die Verbände und ein paar wenige Akteure können diese Arbeit nicht leisten.
Wir brauchen eine absolute Geschlossenheit in der Branche.
Es kann nicht mehr angehen, dass Händler, Hersteller und Importeure darauf setzten, dass eine Markbereinung ihnen das Überleben sichert. Am Beispiel des Untergangs der klassischen Zigarre in den 60er und 70er Jahren lässt sich dokumentieren, wie viele vermeintliche Gewinner letztlich zu Verlierer wurden. Wir müssen unser bestes Argument, den Raucher selbst , mobilisieren.
Quantitativ ergibt die Summe aller Raucher in der BRD mehr als die stärkste Partei an Wählerstimmen verbuchen konnte. Wenn man mit roten Karten und anderen Mahnungen ständig trommelt, so wie es unsere Gegner tun, wird sich schnell etwas ändern.
Wenn wir nicht weiter am Ball bleiben blüht uns nach dem Rauchverbot in der Gastronomie der Nichtraucher-Blockwart und Wegfall des Versicherungsschutzes.
Jetzt heißt es zukunftsorientiert zu handeln.
Jeder in Deutschland, der etwas mit Tabak zu tun hat, muss sich für die Sache einsetzten; das heißt auch: AUCHMAL DEN GELDBEUTEL AUFMACHEN
(GROSSSCHREIBUNG DURCH RICCI)
auch wenn es nur ein kleiner Betrag ist.
Geraucht wird immer; aber ob die Produkte dann noch legal oder im Dunkelbereich gehandelt werden, ist noch offen. Für Pfeifen und Zigarren, dem Genussrauchen schlechthin, dürfte dann keine legale Nische mehr vorhanden sein..."
Das Interview erschien am 27. April diesen Jahres in der DTZ.
Ulrich Kotschenreuther, Führter RBA(Rauchbedarfsartikel)-Großhändler und Zigarrenimporteur für Charlos Torano in Deutschland, war der Partner der Tabakzeitung zu diesem Gespräch, was in der Hauptsache einen Termin beim Vorsitzenden des Verbraucherausschusses des Bayerischen Landtags,Henning Keul beschrieb.
Lieber Uli, vielen Dank für das ergreifende Bild mit dem Pfauenrad und unseren politischen Großleuchten!
Gruß aus Bad Vilbel
Ricci R.
Deswegen ist auch das ganze gerade von der "Tabak-Lobby" ein ausgemachter Schmarrn. Aber die wirklichen Zusammenhänge scheint hier in dem Land sowieso keinen mehr zu interessieren.
Es gibt genügend "Gutmenschliche Gesundheitfanatiker", die fressen auch einem Ami- Halsabschneider-Konzern gern aus der Hand; wenn nur die positiven Ziele mit ihrer gesellschaftlichen Romantik zusammenpassen. Die allgemeine Journaille macht mit, denn das ist Mainstream, und dagegen anzugehen, wem nütz das?
Damit programmiert jeder Redakteur ein heftiges Palaver in der Redaktionsitzung und zuletzt schadet das auch noch dem eigenen Standing. Besser, einfach Schnauze halten.
Die Welt scheint hier, auch mit den Rauchzeichen, eine andere Haltung
zu wählen.
Wie erklären Sie sich, dass die Marlboro-Hersteller ausgestiegen sind?
Für mein Unternehmen kann ich sagen, dass dahinter reine Geschäftsinteressen stecken und keine guten gesundheitspolitischen Vorsätze. Philip Morris hätte gerne, dass Zigaretten und Feinschnitttabak gleich besteuert werden, weil sie bei Feinschnitt nicht so erfolgreich sind. Doch wenn der Tabak zum Selberdrehen teurer würde, würden viele Kunden zu Schmuggelware wechseln. Das nimmt Philip Morris einfach in Kauf. Sie hätten auch gerne, dass es noch mehr Werbeverbote gibt, damit ihre Marktführerschaft zementiert wird. Wir wollen aber weiter wachsen und dazu brauchen wir die Werbung.
Noch einmal: Im Etat des VDC fehlen künftig die Beiträge von Philip Morris. Wie überlebt der Verband?
Diese Situation müssen wir uns in Zukunft anschauen. Die wichtigste Herausforderung ist: Die Politiker und Journalisten, die nicht der Meinung sind, dass Raucher vor die Tür gehören, müssen ernst genommen werden, und dürfen nicht als gekauft oder unseriös abgestempelt werden.
Angenommen, das klappt nicht. Wird das Rauchen in Deutschland einmal ganz verboten werden?
Nein. Die Menschen werden den Tabak genießen. Immer.
"Resist The Tabacco Taliban"
Achtung: Die Herrschaften von Philip Morris sind wohl zur Zeit die einzigen in der Branche, die gemeinsam ganz genau wssen was sie zu erreichen haben und auch wie. Die handeln folgendermassen:
Nur wenn alle genau das Ziel kennen, stimmt auch die Richtung!
Die Ziele sind alle auf dem Postionspapier festgezurrt und finden auch reichlich Unterstützung bei profilierungsüchtigen Politikern. Nie war es einfacher als Zigaretten-Konzern plötzlich geläutert da zu stehen und sich süffisant anzusehen wie die Konkurenz auf die Stufe von Kinderschändern gesetzt wird. Einfach bestens eingefädelt!
"Doch beim Koalitionspartner CDU/CSU eckt Lauterbach damit an. "Für wie dumm hält Herr Professor Lauterbach eigentlich die Menschen", erregt sich Zylajew. "Die Kompanie der Gängeler, die die Menschen bis in den letzten Winkel ihrer persönlichen Freiheit eingreifen wollen, meldet sich alle paar Wochen zu Wort", attackierte er den jüngsten Vorstoß aus der SPD."
Nur jetzt nichts anbrennen lassen; Ricci hat recht: "Resist the tabacco Taliban!"
Vorschläge zum Verbraucherschutz (setzten voraus dass 98% der Bevölkerung ohne Schulbildung durch das Leben gehen!)
Wir alle kennen den vom Staat erzwungenen Warnhinweis in jeder Fernseh-Werbung für Medikamente:
"Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker".
Warum dieser Zwangshinweis?
Wer benötigt ihn?
Hätten Sie es gewußt?
Kennen Sie jemand, der das nicht weiß?
Glauben die Politiker, daß es auch nur einen einzigen Menschen gibt, der diese Botschaft verstehen kann und gleichzeitig nicht weiß, wo er nachsehen oder fragen soll, wenn er Arzneimittel konsumiert?
Warum glauben die Politiker, daß uns diese wichtige Botschaft jahrein/jahraus eingehämmert werden muß?
Weil wir die Warnung von Werbespot zu Werbespot vergessen würden?
Welches Menschenbild liegt dieser EU-Verordnung zugrunde?
Kann man von einer Bevölkerung, die nach Meinung ihrer Vormünder so viel Anleitung notwendig hat, überhaupt noch eine selbstverantwortliche Handlung erwarten?
Dürfen uns noch politische Wahlen zugemutet werden, wenn wir schon beim Arzneimittelkauf einer ständigen Anleitung bedürfen?
Es gibt zur Erklärung dieser Vorschrift 3 Hypothesen:
Die Politiker halten uns für geistig debil. Was verstehen dann diese Politiker unter Demokratie?
Kann ein Bürger, der ihrer Meinung nach an den Beipackzettel erinnert werden muß, eine rationale Wahlentscheidung treffen?
Wenn wir schon beim Medikamentenkonsum nicht ohne die Fürsorge unserer Politiker auskommen, dann kann uns keine einzige Aufgabe des täglichen Lebens anvertraut werden. Wir dürfen uns schon auf den totalen Betreuungsstaat freuen, in dem uns jede Selbstverantwortung abgenommen worden ist und wir nicht mehr unter der Last einer eigenständigen Existenz zu leiden haben.
Die Politiker sind, nachdem sie in Amt und Würden kamen, verzweifelt auf der Suche nach Funktionen, die ihrem Status und Einkommen entsprechen. Sie führen dabei ein absurdes Schauspiel auf, das den Titel trägt:
"Wir sind wichtig! Wir werden noch die Probleme finden, zu deren Lösung wir gewählt wurden".
Nach dieser Logik kommt es nur darauf an, daß gehandelt wird - und das schnell und mit zupackendem Charme, die Ergebnisse des Handelns dieser Rat- und Rastlosen sind nicht zu hinterfragen.
Die Politiker testen damit unsere Widerstandsfähigkeit gegen den Ausbau des Wohlfahrtsstaates zum Fürsorgestaat. Die Tester können mit dem Testergebnis zufrieden sein. Die Bürger haben sich als äußerst geduldig und fügsam erwiesen.
Hat schon jemand errechnet, um welchen Betrag diese Vorschrift die Werbeausgaben der Pharmaindustrie erhöht und damit auch die Einnahmen der Medienschaffenden?
Liegt hier der Grund, warum die große Mehrzahl der Journalisten diese Nonsense-Regelung niemals kritisiert hat?
Und zu schlechter letzt ein Aspekt, der uns sehr am Herzen liegt:
die vorgeschriebene Formulierung ist sexistisch!
Politisch korrekt wäre es, "Ärzte und Ärztinnen oder Apotheker und Apothekerinnen" nach Risiken und Nebenwirkungen zu fragen. Wo bleiben in diesem Fall die hochbezahlten Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, die sonst so wachsam jeden Anschlag auf die Würde der Frau abwehren?
Wenn schon Warnhinweise, dann bitte sinnvolle. Die politischen Parteien müßten verpflichtet werden, in ihre TV-Werbesendungen, mit denen wir zu Wahlzeiten agitiert werden, folgende Warnung aufzunehmen:
"Zu Risiken und Nebenwirkungen Ihrer politischen Entscheidungen lesen Sie Ihren Steuerbescheid und fragen Sie arbeitslose Arbeitnehmer oder in den Bankrott getriebene Unternehmer."
Wie dem auch sei, wir wollen hier nicht nur negativ sein, sondern diese grandiose Idee aufgreifen und selbst einige Vorschläge für dringend notwendige Warnhinweise geben:
Wasserski. Müssen deutlich sichtbar den Hinweis tragen: "Achtung! Im Falle eines Sturzes Gefahr von Unwohlsein durch Eindringen von Wasser in Körperöffnungen!"
Jede Toilette muß auf dem Spülkasten in großen Lettern die Aufschrift tragen: "Spülwasser nicht für den menschlichen Verzehr geeignet!"
Bügeleisen: "Nicht zum Bügeln von Kleidern benutzen, die gerade getragen werden!"
"Schaffung einer liberalen Gegenöffentlichkeit"
Mehr Freiheit in der Informationsvermittlung wird nicht politisch erreicht werden, sondern durch die technische Entwicklung in den Bereich des Möglichen rücken. Das Internet bietet erstmals in der Menschheitsgeschichte die Möglichkeit, von Bürger zu Bürger multimedial zu kommunizieren. Dadurch verlieren die Eigentümer der herkömmlichen Medien ihre exklusive Stellung als Schleusenwärter für Informationen. Auch die professionellen Journalisten bekommen Konkurrenz durch das Heer der Blogger, die bereits mit viel Erfolg den Wahrheitsgehalt journalistischer Behauptungen überprüfen und Informationslücken füllen.
Davon wird besonders der klassische Liberalismus profitieren, der von der sozialistischen Mehrheit der Journalisten nun nicht mehr totgeschwiegen werden kann.
Die Macht des Sozialismus in den Medien beruht überwiegend auf der Anpassung der Medienmacher an ein Weltbild, zu dem es angeblich keine Alternative gibt. Dieses fromme Märchen wird immer häufiger im Internet widerlegt. Dadurch ist das Mitläufertum schwieriger geworden, denn Positionen, die bisher als offenkundig galten, müssen nun begründet werden.
Die Anhänger des klassischen Liberalismus beteiligen sich nicht an der Parteipolitik, die immer Sonderinteressen verfolgt. Der Weg zu einer freien Gesellschaft führt nicht über die Politik, sondern über eine ausdauernde Aufklärungsarbeit. Das ist das einzige, was ein Liberaler leisten kann und was er leisten muß.
"Wer sich je mit dem Journalismus befaßt hat oder noch befaßt, sieht sich in der grausamen Notwendigkeit, Leute, die er verachtet, begrüßen, seinen besten Feinden zulächeln, mit den übelriechendsten Gemeinheiten paktieren und, wenn er seine Angreifer mit ihrer eigenen Münze bezahlen will, sich die Finger beschmutzen zu müssen. Man gewöhnt sich daran, zuzusehen; wenn Schlimmes geschieht, es geschehen zu lassen; man billigt es erst, man tut es schließlich selbst. Auf die Dauer wird die Seele, die durch schmähliche und dauernde Kompromisse unablässig befleckt wird, kleiner, die Schnellfeder edler Gedanken verrostet, die Angeln der Banalität nutzen sich ab und drehen sich von selber." Honoré de Balzac
Danke für die Zeilen!
Und euch Schweizern sei dank für euren Zigarrenblog, ihr seht wohin das führt, wenn die Nerven nur die fürs Elfmeterschiessen gebraucht werden. Im richtigen Leben geht einfach zuviel daneben.