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50 Jahre Handelsembargo

Das amerikanische Handelsembargo gegen Kuba ist seit Februar 1962 in Kraft. Zum 50.-jährigen «Jubiläum» hat die Zeitung USA Today einen ausführlichen Artikel über die Folgen und Perspektiven des Embargos veröffentlicht.

Obwohl nur die USA den Handel mit Kuba unterbinden, hat das Embargo massive Auswirkungen auf die kubanische Wirtschaft, wie der folgende Auszug zeigt:

Cuba is free to trade with other nations, but the U.S. threatens sanctions against foreign companies that don't abide by its restrictions. A stark example arrived off the coast of Havana last month: A massive oil exploration rig built with less than 10 percent U.S. parts to qualify under the embargo was brought all the way from Singapore at great expense, while comparable platforms sat idle in U.S. waters just across the Gulf of Mexico.

Welcher Mechanismus dazu geführt hat, dass das Embargo eine derart lange Zeit überdauert hat, zeigt der folgende Abschnitt:

The issue is seen as a political nonstarter in the United States, where every four years, presidential candidates take turns courting the Cuban-American vote in Florida, a key swing state. President Barack Obama has said Raul Castro's economic openings are insufficient, and it's unlikely he would do anything in an election year to risk losing support in Florida, which he won in 2008. Even if he wanted to lift the embargo, the Helms-Burton Act of 1996 stipulates that it would have to be approved by Congress.

«Kuba als Vorbild für ein neues, modernes Gesellschaftsmodell»

Gestern habe ich mich kritisch zur Habanos-Kommunikation geäussert, welche ausgerechnet jenen Teil der Geschichte in den Vordergrund stellt, der durch die Revolution beendet wurde.

Natürlich kann man den kubanischen Sozialismus auch an und für sich kritisieren und in Frage stellen. Einer, der sich fundiert dazu äussern kann, ist der Schweizer Mark Kuster, der als Leiter der Kinderhilfsorganisation Camaquito seit 10 Jahren in Kuba lebt. Die Frage nach den Perspektiven des kubanischen Modells beantwortet der frühere SVP-Politiker in der Schaffhauser Nachrichten folgendermassen («Klein Blochers» Einsatz für Junge in Kuba):

Ich bin sehr zuversichtlich, was die Zukunft von Kuba angeht, auch wenn noch grosse Herausforderungen gemeistert werden müssen. Es ist meine feste Überzeugung, dass Kuba einmal das Vorbild für ein neues, modernes Gesellschaftsmodell sein kann. Dafür gebe ich der Regierung und dem Volk mein Vertrauen. Es ist aber wichtig, dass nun weitere wirtschaftliche Reformen angepackt werden! Letztlich kann nur eine starke Wirtschaft auch die Sozial- und die Gesellschaftsstruktur Kubas stärken. Allerdings müssen diese Reformen behutsam erfolgen – denn viele Menschen können leider mit einem zu schnellen materiellen Wohlstand nicht umgehen.

Der Kampf der Raucher geht weiter

Gefühlsmässig ist die Diskussion um Rauchverbote etwas abgeflacht. Wenigstens hier in der Schweiz. Das wird sich spätestens dann wieder ändern, wenn die Lungenliga-Initiative auf Bundesebende zur Abstimmung kommt, welche ein absolutes Rauchverbot in der gesamten Schweiz erreichen will.

Andernorts ist der Kampf gegen neue Verbote und Regulierungen voll im Gang. In den USA setzt sich die Vereinigung Cigar Rights of America dafür ein, dass Premium-Zigarren zukünftig nicht von der FDA reguliert werden (vgl. auch «Philip Morris Tobacco Monopoly Act»). Davidoff erklärt in einem aktuellen Newsletter, wie Konsumenten das Anliegen unterstützen können.

Neue Rauchverbote sind in Nordrhein-Westfalen geplant. Marc Benden von Cigarworld stellt fest, dass der Ernst der Lage langsam «durchsickere», und verweist auf eine Online-Petition.

Basler Rauchverbot wird nicht gelockert

Am Wochenende hat der Kanton Basel-Stadt darüber abgestimmt, ob das kantonale Nichtrauchergesetz zugunsten des liberaleren Bundesgesetzes aufgehoben werden soll. Mit einem Nein-Anteil von 50.23% wurde die Initiative des Wirteverbands ganz knapp abgelehnt. Der Raucherverein «fümoar» dürfte nun zu einem Gerichtsfall werden, wie die Basler Zeitung schreibt («Aufatmen bei der Lungenliga»):

Mit dem Verein «fümoar» ginge es nun gleich weiter wie bisher, sagte Julliard. Rechtlich habe sich nichts verändert. «fümoar» sei an sich legal, in Frage stehe nur das Vereinsprinzip. «Schlussendlich muss das Gericht entscheiden, was mit uns geschieht», meinte Vereins-Präsident Mario Nanni. «Bis dies aber soweit ist, werden noch einige Zigaretten in fümoar-Lokalen geraucht.»

Wie es in St. Gallen nach dem Fumoir-Vorstoss weitergeht

Der Vorstoss zur Entschärfung des Rauchverbots im St. Galler Kantonsparlament sorgte für eine einige Überraschung, aber auch für Unsicherheit bei den direkt Betroffenen. Mein Kollege Thomas Portmann hat beim Sozial- und Gesundheitsdepartement des Kantons nachgefragt, wie es jetzt weitergeht. Wie sich herausstellt, steht die Motion am Anfang eines langen Prozesse mit vielen Hürden. In der nachfolgenden Grafik habe ich die Etappen auf dem Weg zu einer Gesetzesänderung schematisch dargestellt.




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«Schicksalstag für Basels Raucher»

Am 27. November stimmen die Basler ab, ob das kantonale Rauchergesetz wieder abgeschafft und dafür das Bundesgesetz übernommen werden soll. Stimmt das Volk zu, werden Raucherbetriebe mit Bewillung und bediente Fumoirs wieder zugelassen. Die Basler Zeitung berichtet in einem erfreulich liberal und raucherfreundlich gestimmten Artikel von der gestrigen Medienkonferenz («Schicksalstag für Basels Raucher»):

(..) Aber diese Zahlenspielereien sind wie eine Zigarette, die nicht glüht. Wer hingeht in die Bars und Beizen und nicht nur zu Hause rumsitzt und den Hang des Menschen zu lässlichen Lastern gesetzlich regeln will; wer also in jenen Teil des Lebens geht, bei dem Aschenbecher auf den Tischen stehen und Rauch in der Luft hängt, sieht, auch durch den Schleier des blauen Dunstes, dass dort Raucher und Nichtraucher in einträchtiger Harmonie koexistieren. Dass des einen Freiheit die des andern nicht zwangsläufig korrumpiert. Kommt hinzu, dass Menschen rauchen seit Kolumbus den Tabak nach Europa gebracht hat. Der Anteil der Raucher in Europa wird auf 32 Prozent geschätzt. Nimmt man all jene Nichtraucher dazu, die nach ein paar Gläsern dann doch gerne eine rauchen, sind wir bei über 40 Prozent. So sieht das aus im nikotingeschwängerten Teil der Wirklichkeit da draussen.

Zigarrenlounges in Nordrhein-Westfalen sind bedroht

Die Grünen des Bundeslands Nordrhein-Westfalen haben auf ihrem Landesparteitag einen sogenannten «Leitantrag» verabschiedet, in welchem ein absolutes Rauchverbot für die Gastronomie nach Bayerischem Vorbild gefordert wird. Gewicht hat der Antrag offenbar, weil die Grünen in Nordrhein-Westfalen in der Regierung sitzen («Grüne für absolutes Rauchverbot», Welt.de).

Der deutsche Bundesverband der Zigarrenindustrie reagierte prompt und veröffentlichte eine Pressemitteilung. Darin heisst es u.a.:

Nach Meinung von Bodo Mehrlein, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie, führt diese Regelung dazu, dass auch noch die letzten Freiräume für die Genießer von Zigarren und Zigarillos geschlossen werden. Obwohl das jetzt gültige Gesetz einen guten Kompromiss zwischen Rauchern und Nichtrauchern darstellt, wird dieses Modell aus rein ideologischen Gründen geopfert, worunter gerade die Gastronomie leiden wird. Laut Peter Wörmann, Zigarrenhersteller aus NRW und Vorsitzender des BdZ, werden diese Maßnahmen auch gravierende Auswirkungen auf die Zigarrenindustrie haben: «Zigarren und Zigarillos sind Genussartikel, die man nicht schnell vor der Tür rauchen kann. Durch diese Maßnahmen werden gerade Unternehmen der Zigarrenindustrie getroffen, die sehr viele Arbeitsplätze in NRW zur Verfügung stellen. Es ist auch nicht nachzuvollziehen, dass in Zukunft der Genuss von Zigarren in Zigarrenlounges oder abgeschlossenen Raucherräumen nicht mehr möglich sein soll. Gerade hier erhoffen wir uns von der Landesregierung mehr Augenmaß.»

Zu den prominenten Vertretern unserer Branche in Nordrhein-Westfalen gehört die Cigar World Lounge (wurde soeben als bestes Zigarrengeschäft Deutschlands ausgezeichnet) sowie die Casa del Habano Düsseldorf von Muhammet Genc.

Kommt die Tabak-Preisbindung?

CVP-Nationalrätin Ruth Humbel fordert in einer Motion, dass Zigaretten nicht mehr günstiger als zum aufgedruckten Preis verkauft werden dürfen, wie 20 Minuten schreibt («Rabatte für Zigaretten sollen verboten werden»). Rabatte würden den Einstieg erleichtern und die Tabakprävention unterlaufen.

Der Vorschlag von Frau Humbel ist noch nicht ausgereift (die Hersteller können Aktionsartikel produzieren, ein entsprechendes Verbot würde gegen die Handelsfreiheit verstossen). Jedoch zeigt das Beispiel von Deutschland, dass es rechtliche Mittel und Wege gibt, um eine Tabak-Preisbindung zu installieren.

Für die Zigarrenbranche hätte eine Preisbindung zwiespältige Konsequenzen. Die Konsumenten profitieren natürlich von Rabatten und einem Preiswettbewerb. Umgekehrt würden im Handel Anbieter gestärkt, die auf Qualität setzen – niemand würde mehr Grauimporte von zweifelhafter Qualität oder schlecht gelagerte Discounter-Zigarren kaufen, wenn die Preise überall identisch sind.

Als Händler sind wir in dieser Frage natürlich Partei und wollen uns mit einem Urteil zurückhalten. Wir werden sehen.

«In St. Galler Fumoirs sollen Gäste bedient werden»

Vor zwei Jahren stimmte der Kanton St. Gallen über ein umfassendes Rauchverbot ab, reklamierten wir falsche Wahlwerbung der Lungenliga, rauchte Andi Stachl in seinem Geschäft im St. Gallischen Rapperswil seine Henkerszigarre. Jetzt könnte diese Geschichte eine überraschende Wendung nehmen: Der Kantonsrat will bediente Fumoirs zukünftig wieder erlauben. Das St. Galler Tagblatt schreibt («In St. Galler Fumoirs sollen Gäste bedient werden»):

Die Regierung wollte nichts von einer Lockerung des strikten Rauchverbots im Kanton wissen. Nach dem Entscheid des Kantonsparlaments muss sie nun aber die gesetzlichen Grundlagen anpassen, damit eine Bedienung in Raucherzimmern von Restaurants erlaubt sein wird.

Ist es möglich, dass ein Volksentscheid zwei Jahre später vom Parlament korrigiert wird? Offenbar ja. Anders als bei den Volksinitiativen auf Bundesebene, wo die Entscheide in die Verfassung geschrieben werden, handelte es sich bei der Lungenliga-Initiative in St. Gallen um eine Gesetzesinitiative.

Wie sensibel es ist, den Volkswillen zu missachten, ist eine andere Frage. So oder so steht uns der grosse Showdown noch bevor. Wahrscheinlich nächstes Jahr stimmen wir auf Bundesebene über die Lungenliga-Initiative ab. Dann wird sich entscheiden, ob es in der Schweiz weiterhin bediente Fumoirs geben wird.

Initiative für ein liberales Rauchergesetz kommt nicht zustande

Die Volksinitiative für ein liberales Rauchergesetz kommt nicht zustande. Innerhalb von 18 Monaten sind nur 80'000 statt 100'000 Unterschriften zusammengekommen, wie Blick.ch schreibt («Raucher-Initiative löst sich in Rauch auf»). Zu den Supportern der Initiative gehörte auch Heinrich Villiger:

Der Bruder von alt Bundesrat Kaspar Villiger zeigt sich enttäuscht, aber unbeirrt: «Eine militante Mehrheit möchte das Rauchen am liebsten ganz verbieten und den Tabak ausrotten. Das wird nicht gelingen!»

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