Zweigeteilte Zigarrenwelt
Gestern hat in New Orleans die «International Premium Cigar and Pipe Retailers Annual Convention and Trade Show» (IPCPR) begonnen. Das alljährliche Zusammentreffen der amerikanischen Zigarrenindustrie ist die grösste Veranstaltung der Branche weltweit. Trotzdem wirft die Show bei uns keine grossen Wellen.
Lösen Namen wie Padrón, Asthon oder La Aurora bei irgendwem Bilder oder gar Begehrlichkeiten aus? Wer hat schon vom Zigarrenlabel «Hammer and Sickle» gehört, das an der IPCPR aufwändig mit einem Stück der originalen Berliner Mauer wirbt, wie David Savona von Cigar Aficionado heute berichtet. Oder wer hat schon irgendeine der topgerateten Nicht-Kuba-Zigarren aus der Jahresbestenliste von Cigar Aficionado geraucht?
Man kann ohne zu übertreiben von einer Zweiteilung der Zigarrenwelt sprechen. Es gibt die USA und den Rest der Welt. Warum die Amerikaner nicht an den Freuden des kubanischen Tabaks teilhaben dürfen, ist bekannt. Weniger klar ist hingegen, warum die Topmarken aus den USA nur selten den Weg nach Europa finden.
Ein Erklärungsansatz dafür könnte sein, dass die Nachfrage für die wirklich guten Zigarrenserien aus Nicht-Kuba-Ländern in den USA so gross ist, dass die Hersteller gar keinen Bedarf haben, weitere Märkte zu erschliessen. Zweifellos ist es aber auch ein Zeichen für die grosse Dominanz der Havanna in der freien Zigarrenwelt.







Kommentare
Ich denke, dass die Serie V von Oliva sich auch bei uns grosser Beliebtheit erfreut - immerhin Platz 5:-)
Aber auch Arturo Fuente Hemingway oder La Flor Dominicana sind Namen, welche auch hierzulande bekannt sind.
Leider sind diese Zigarren im Verhältnis z.T. doch eher teuer, bzw. ist in den Köpfen hier, dass eine DomRep oder Nicaragua eben günstiger sein muss als eine Kubanische.
Dennoch dünkt mich, dass in letzter Zeit die Non-Cubans stärker präsent sind als auch schon.
Gruss,
Thomas
die verschiedenen Linien von Oliva bilden tatsächlich eine Ausnahme. Und es stimmt auch, dass man die meisten der US-orientierten Marken bei uns kaufen kann. Es gibt sicherlich auch Liebhaber, die sie kennen und rauchen. Die abgesetzten Stückzahlen von Arturo Fuente & Co. sind aber marginal.
Was ja nicht heisst, dass wir nur Havannas rauchen. Bei uns haben nach meiner Beobachtung einfach andere Marken einen grösseren Stellenwert.
Nebenbei gesagt ist das ja auch nichts Ungewöhnliches. Die Amerikaner fahren auch Automarken, von denen der normale Automobilist in Europa noch nie gehört hat.
Für mich ist es einfache eine interessante Beobachtung, dass sich die Amerikaner für Zigarren und Marken begeistern, von denen hier das Gros der Geniesser kaum Notiz nimmt.
Gruss Manuel