Durch das neue Buch «Cigarre & Co. Cigarren und ihre Begleiter» von Dieter H. Wirtz und Matthias Martens ist in Internetforen ein Glaubenskrieg über die Sinnhaftigkeit von Crosstastings mit Zigarren und Getränken ausgebrochen. Auslöser ist ein bitterböser Verriss von Buch und Autor Wirtz, der kürzlich im Herrenzimmer veröffentlicht wurde. In der Herrenzimmer-Rezension heisst es dazu:

(..) Kann, soll und vor allem darf man Empfehlungen darüber aussprechen, warum welche Cigarre zu welchem Cognac, Wein, Whisky, Champagner, Obstbrand oder Kaffee schmeckt? Wie kommen solche Empfehlungen zustande? Kann man sich tatsächlich durch hunderte von cubanischen Cigarren und ebenso viele verschiedene Rums arbeiten, um dann das eine wirklich zusammen passende Paar feststellen und empfehlen zu können? Diese einfache Frage und die noch einfachere Antwort "Nö" lassen erkennen: so etwas geht gar nicht. Derartige Empfehlungen müssen zwangsläufig subjektiv und vor allem alles andere als verbindlich sein. Aber anstatt still zu halten schreiben Wirtz und Co dieses Buch.

Über das Buch «Cigarre & Co. Cigarren und ihre Begleiter» kann ich nicht urteilen - ich habe es nicht gelesen. Ein kurzes Wort nur zur Aussage, Empfehlungen zu Zigarren-Getränke-Kombinationen seien zwangsläufig subjektiv.

Das Zigarren-Wein-Tasting, das wir vor zwei Jahren mit dem Sensorik-Profi und ehemaligen Schweizer Meister im Weindegustieren Eduard J. Graf durchgeführt haben, hat uns gezeigt, dass manche Zigarren-Wein-Paarungen eindeutig besser harmonieren als andere. In manchen Fällen hat entweder der Wein oder die Zigarre den jeweiligen Partner dominiert, in anderen Paarungen wurden einzelne Geschmackskomponenten unangenehm betont. Beobachtungen, die für alle Teilnehmer der Degustation nachvollziehbar waren. Interessant war, dass keine allgemeingültigen Regeln aufgestellt werden konnten - nicht immer passt ein vollmundiger Wein zu einer kräftigen Havanna.

Deshalb haben Cross-Tastings von Zigarren und Getränken meines Erachtens durchaus ihre Berechtigung. Ob der Aficionado dafür aber ein Buch braucht, ist eine andere Frage. Der Weg ist das Ziel - wo trifft dies mehr zu als beim Geniessen?