Ein Stück Kultur verloren
Seit Anfang August beherrscht das Wehklagen der Wirte die Raucher-Debatte in den Zeitungen. Ein Statement der Sprecherin des Ritz Carlton Hotels zeigt beispielhaft, dass jetzt mancherorts auch für Zigarren-Raucher definitiv Schluss ist mit dem genussvollen Paffen:
Quelle: Newsklick.deVom Rauchverbot betroffen sind auch exklusive Zigarren-Clubs wie die Newman’s Bar im Wolfsburger Hotel Ritz Carlton. Der Club mit verlesenen Mitgliedern hat die qualmenden Stars und Sternchen verbannen müssen. "Damit geht hier ein Stück Kultur verloren", sagt Sprecherin Kristina Vinzing.






Kommentare
!. Der hiesige Einzelhandel ist in einer Agonie und nicht in der Lage gegen die Pläne vorzugehen. Außerdem haben die auch alle gerade erst mitbekommen, dass sie die neuen Schmuddelkinder der Nation sind.
Immerhin damit hat man sehr lange gebraucht, das überhaupt zu erkennen, aber der Stern hat uns von jeder Seite aufgeklärt. Damit wird auch offensichtlich wie gut die Aktion des Marlboro-Konzerns vorbereitet ist. Die wissen die ganze Zeit genau was zu tun ist. Läuft doch wie geschmiert!
2. Als folgendes wird der Focus auf lizensierte "Tabakabgabestellen"gelegt. Das geht einher mit der Gleichbesteuerung. Da liegt alles im Zeitplan und der übrige Markt verweilt in "Duldungstarre" und hofft auf den rauchenden Messias, nur der hat das Rauchen aufgesteckt.
In UK ist das Zigarre rauchen in den Clubs verboten worden, hat das jemanden interessiert?
Also, die "Gesundheitsfaschos" werden nicht aufhören, nein, die fangen gerade erst an!
Auszug
"Wie wundersam sich der öffentliche Raum in der Folge verändern könnte , lässt sich schon jetzt mancherorts studieren. In der Freien Universität Berlin zum Beispiel gilt schon seit langem ein Rauchverbot, das seinerzeit mit "Brandschutzmassnahmen" begründet wurde. Wo die Studierenden noch vor ein paar Jahren auf den Gängen hockten, um (mitunter rauchend) zu reden, zu lesen oder auszuruhen, sind jetzt die Flure leergefegt. Geschickterweise wurden zeitgleich sitzfeinlichere Heizkörper montiert, die Zahl studentischer Cafes wurde zusammengestrichen. Anlass dafür gaben Renovierungs- und Umzugsmassnahmensowie der erhöhte Raumbedarf (Seit einiger Zeit werden Teile der Uni gern an Einrichtungenwie die Bertelsmann-Stiftung vermietet).
Auch Plakate, etwa mit Einladungen zu Gastvorträgen, dürfen fast nirgends mehr ausgehängt werden, so das die Alltagskommunikation jenseits von Seminarbetrieb und Business-Brunch auf ein Minimum reduziert werden konnte.
Die Mischung aus Puritanismus und Masochismus, mit der Chargen aller Couleur plötzlich nicht nur die Gefahren des Rauchens entdecken, sondern sich sogar selbst an die gegen ihre eigene Sucht gerichteten halten wollen, macht deutlich, das es beim NICHTRAUCHERSCHUTZ nur vordergründig um "vernünftige" Argumente geht.
Tatsächlich wird geprobt, wie spur- und wiederstandslos sich die letzten, sei es nur symbolischen Reste urbaner Liberalität aus dem Alltag der Bürger tilgen lassen.
Kneipen mit seperaten Zimmern für geschlossene Rauchergesellschaften sind kein Geschenk an die Nichtraucher, sondern riechen nach Provinz und Spießbürgermief. Wie kommt es wohl, dass jene EU-Länder, die teilweise noch strengere Rauchergesetze kennen, die Sache trotzdem leicht und ironisch nehmen?
In einer Episode der grandiosen britischen Krimiserie "Cracker" sitzt der Profiler Eddie "Fitz" Fitzgerald in einem Taxi, das mit Verbotsschildern zu gepflastert ist: "Bitte nicht rauchen", "Trinken verboten", "Füße runter vom Sitz". Als Fitz sich demonstrativ eine Zigarette anzündet, fragt der Fahrer:"Können sie lesen?"
Darauf Fitz:"Ist das eine rhetorische Frage?"
Die BBC hatte schon immer das bessere Program."
Das alles geschieht unter der Überschrift: Gesundheit, Prävention und Wellness! Da erzähl dann noch irgendeiner was über Cigarrengenuss, das gibt ein ganz mieses "Karma" incl. Ächtung.