Die Cigarren und die Mädchen
Die Cigarren und die Mädchen
Die Cigarren und die Mädchen
Sind sich in sehr vielem gleich:
Beide sind oft schiefgewickelt,
Bald zu hart und bald zu weich.
Auch das Deckblatt und das Äußre
Täuschet oft bei beiden sehr,
Ist das Beste dran; das Innere
Aber hohl und ordinär.
Selbst die Augen auf dem Blatte
Sind oft künstlich nachgemacht.
Auch die Augen mancher Schönen
Künden Tag, wenn innen Nacht.
Oft wird uns von der Cigarre
Übel, die Genuss versprach,
Was zuweilen auch bei Mädchen
Männern wohl passieren mag.
Die Cigarre ist noch Jungfer,
Deren Spitze nicht lädiert,
Und das Mädchen ist das reinste.
Das noch Keines Mund berührt.
Die Cigarren auf dem Lager
Lange gern man liegen sieht.
Doch vor Mädchen, die ihr gleichen.
Jedermann recht gern entflieht.
Nur in einem sind verschieden
Beide, die so harmoniert:
Die Cigarr' gewinnt durchs Alter,
Doch das Mädchen, das verliert.
Das Werk eines anonymen Dichters. Gefunden beim Stöbern im umfangreichen Smokersnews.de-Archiv.






Kommentare
Kein Wunder das der Verfasser anonym ist - wenn so ein Schwachsinn von mir käme, würde ich mich auch schämen.
Astrid
Mich erinnert das an die saudumme Liedzeile "Alt muss der Wein und jung das Mädel sein". Bereits der erste Teil ist so pauschal völliger Schwachsinn, und gilt heute weniger denn je.
Seltsam finde ich, dass dieser höchst biedere Humor im Stil der "Wirtinnenverse", dessen Wurzeln im 19. Jahrhundert liegen, so langlebig ist.