Aging - Reifung von Zigarren
Über aged Cigars konnte im Blog gelegentlich schon gelesen werden. In der Illustrierten Enzyklopädie der postrevolutionären Havanna-Cigarren (wer sie nicht hat, sollte sie sich beschaffen) schreibt Min Ron Nee u.a.:
Er unterscheidet vier Perioden der Reifung:
Vieles, vieles mehr steht zum Thema in der Enzyklopädie. Zum Beispiel auch Angaben zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung (respektive Nicht-Belüftung). Und natürlich auch spezifische Reifungstipps zu einzelnen Zigarren.
(...) "Eines jedoch ist sicher: Ganz wie bei grossen Weinen werden die Reifeperioden in Zeiträumen von Jahrzehnten bemessen, und nicht etwa nach dem Klischee: "Leg' die Cigarren für ein paar Jahre in deinen Humidor und schon schmecken sie viel besser."
Er unterscheidet vier Perioden der Reifung:
- Sick period: Abbau von Ammoniak; einige Monate bis 2 Jahre
- Erste Reifung: laufende Fermentation; je nach Stärke und Verpackung (Normal- oder Cabinetkiste) 2 bis 15 Jahre
- Zweite Reifung: Tanninabbau & Reaktion der Abbauprodukte mit den durch die Fermentation entstandenen Aromen; 15 bis 25 Jahre
- Dritte Reifung: umfassende chemische Reaktionen (nicht bei allen Zigarren möglich); nach über 20 Jahren
Vieles, vieles mehr steht zum Thema in der Enzyklopädie. Zum Beispiel auch Angaben zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung (respektive Nicht-Belüftung). Und natürlich auch spezifische Reifungstipps zu einzelnen Zigarren.












Kommentare
Allerdings macht Min Ron Nee leider zu den genauen Lagerbedingungen keinerlei konkrete Angaben, insbesondere vermochte ich keinerlei spezifische Angaben zur Luftfeuchtigkeit zu entdecken.
Das alles (bis auf letzteres) ohne empirisch fundierte Gewähr.
Beste Grüsse, A.
Beste Grüsse, A.
Ich sag mir einfach, schön, wieder was Abgefahrenes über meine Liebe, die Zigarre und gut is.
Danke, dass auch mal ein so anerkannter Zigarrenkenner wie Du hier mal klare Worte spricht.
Sogar ein 5th Avenue Representant hat mal von 10 bis 15 Jahren haltbarkeit von Zigarren gesprochen.
Allein wenn man in den Zigarrenforen zweifel erwähnt, ist man in D schon unten durch.
Gruß aus Bad Vilbel
Ricci Riegelhuth
Beste Grüsse, A.
ZIGARREN IN DER REIFEPRÜFUNG
JE ÄLTER, DESTO besser. So glauben jedenfalls die meisten Aficionados. Stimmt das wirklich?
In gewissen Maße ja, aber.....
Viele Kenner hegen und pflegen ihre Puros, oft kistenweise und über Jahre. Indes, das Ergebnis der mühsamen Lagerung fällt nicht selten enttäuschend aus.
Die geliebten Havannas schmecken flacher als am Tag des Kaufs, der Tabak hat sein Leben unbemerkt ausgehaucht. Wie konnte das passieren?
Gerade Havannas werden doch mit den Jahren immer besser?
Ja, aber das Rohmaterial muss von erstklassiger Güte sein und ausreichend Zeit bekommen zu reifen. Nichts ist verwerflicher , als Tabakblätter vorzeitig aus dem engen Familienverband, dem Ballen zu entnehmen und sie zur Zigarre zu formen. Dennoch wird es ständig gemacht. Warum? Zwei Jahre sollten mindestens seit der Ernte vergehen, besser mehr. Eine lange Zeit , die erhebliche zusätzliche Aufgaben verursacht, in der viel passieren kann...
Machen wir uns klar, was es heißt, in der Karibik Tabak zu reifen, und welche Anstrengungen damit verbunden sind. Denn der schlimmste Feind der Zigarre findet hier sein Dorado. Wie die großen Heuschreckenplagen in Afrika attackieren ganze Herrscharen von Tabakkäfern jeden Ballen, der längere Zeit zur Reifung irgendwo herumsteht.
"Lasioderma serricornes"- Fressgier kennt keine Gnade.
Ob Einlage, Umblatt oder Deckblatt, das gefürchtete Miniraubtier verschlingt alles. Wer Vintage-Tabake anbieten will, muss sich also etwas einfallen lassen!
Da wäre der traditionelle Schlag mit der Chemokeule. 50 bis 60 Ballen werden unter eine große Plane gepackt, an den Seiten dicht gemacht. Anschliessend wird der Innenraum mit einem Insektenschutzmittel begast. Nach 24 Stunden ist die Aktion beendet, alle Käfer sind sind tot, die Ballen werden gelüftet, damit keine Rückstände haften bleiben. Diese Methode lässt sich aber nicht beliebig oft anwenden, weil die Käfer sonst schnell resistent werden. Besser , weil schonender, ist das Schockgefrieren, das seit Langem von europäischen Importeuren angewendet wird. Auch erste Fabriken in der Karibik frieren seit Neuestem ganze Ballen bei minus 25 Grad Celsius ein.
Zudem versucht man , mit Insektenlampen Käfer in die Elektrofalle zu locken. Doch all diese Maßnahmen verzögern nur den Prozess. Es sei denn, man investiert richtig Geld. Mit modernster Kühltechnik lässt sich auch ein großes Tabaklager unter Kontrolle halten. Die Temperatur wird konstant 15 Grad runtergefahren. Das hat der Käfer gar nicht gern, er wird schlapp und sucht schnell das Weite. Aber die permanente Kühlung bei tropischen Temperaturen ist kostspielig, sodass nur sehr wenige solcher Anlagen in Betrieb sind.
Die Menge der Vintage-Tabake ist damit stark begrenzt. Daraus hergestellte Zigarren sollten in der Regel höchste Ansprüche erfüllen. Denn nur im Ballen kann sich die Nachreife wie eine Veredlung vollziehen. Das komplexe Zusammenspiel zwischen den Aromen kommt erst nach dieser Reifezeit zum Tragen.
Aber nicht unbegrenzt.
Nach drei oder vier Jahren ist das Potenzial des Tabaks voll präsent, perfekt vorbereitet für neue kostbare Longfiller. Das bringt aber nichts , wenn die Anlagen des Tabaks dürftig sind.
Wo nix ist, kann nix werden.
Deshalb gilt auch bei der Königin der Zigarren:
äußerste Vorsicht vor sogenannten "geagten"Havannas. Nicht wenige Kistchen aus den guten alten Tagen haben sich schon als flaues Lüftchen erwiesen. Dennoch ist der Reiz, der von den oldies ausgeht, enorm, bedenkt man doch, dass die heute verarbeiteten Tabake eher auf den leichten Durchschnittsraucher zugeschnitten sind, also wenig Potenzial erwarten lassen. So mancher gewiefte Händler reitet die Havanna-Nostalgiewelle ab. Passend dazu tauchen immer wieder große Schätze aus geheimen Lagern auf. Der Aficionado schützt sich am besten, indem er probiert. Ein guter Händler bricht jede Kiste an.
Rauchzeichen/ Bewersdorff vom letzten Sonntag.
für den optischen genuss sowie zum (möglicherweise langen und bestimmt sicheren) lagern unser aller wertgeschätzten zigarren.
wenn sie mir mitteilen wie das funktioniert...
Hinweise und Tipps nehme ich gerne auf.
Einfach ein Mail an cigarblog@premium-cigars.ch machen..
Beste Grüsse
Manuel Fröhlich
Keine Bange, wir haben jetzt ein verständiges Ohr bei der Welt am Sonntag.
Beste Grüße aus Ricciland!
Die letzten Rauchzeichen in der Wams gingen ums gleiche Thema.