Loblied auf einen enteigneten Unternehmer

In der Schweiz gibt es sie schon länger, jetzt ist sie auch in Deutschland eingetroffen: Die ausgezeichnete Partagás Serie E No. 2. Habanos-Importeur 5th Avenue hat zur Lancierung eine Medienmitteilung veröffentlicht und rollt darin die bewegte Geschichte von Partagás auf. Bei der Lektüre komme ich ein bisschen ins Grübeln. Ist es eigentlich korrekt und anständig, dass sich Habanos auf die Erfolge und das Schaffen des Unternehmers Jaime Partagás beruft und dabei ein kleines aber wichtiges Detail ausspart, dass nämlich seine Nachfahren bzw. die späteren Besitzer von Partagás vom kubanischen Staat enteignet und aus dem Land gejagt wurden? Ich finde, über diese Frage darf man durchaus einmal nachdenken (ich nehme mich selber davon nicht aus). Dass das Erbe der Enteigneten später an den erzkapitalistischen Altadis-Konzern weiterverkauft wurde, ist dann die Ironie dieser Geschichte.






Kommentare
Das sollten sich viele Kubaraucher durch den Kopf gehen lassen, die ein Loblied auf Havannas einstimmen, aber die Produkte der Nachfahren verteufeln, oder schlecht reden.
Letztendlich wurden nicht nur die Eigentümer diverser Marken verjagt, sondern auch deren Handwerkskunst.
Eben diese Handwerkskunst allerdings ist es auch, die uns sehr gute Zigarren aus Honduras und Nicaragua beschert.