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«The English climate is really quite ideal for the maturing of cigars»

Artofsmoke zeigt aktuell einen historischen Katalog von Cubatabaco aus dem Jahr 1962 (aus dem selben Jahr stammt auch der Katalog, den die Cubancigarwebsite zugänglich machte). Der farbige Katalog ist ein echtes Schmuckstück, er umfasst 116 Seiten, auch eine Preisliste ist beigefügt. Alle paar Seiten sind Informationen zur Geschichte der Havanna-Zigarre und zum Anbau eingeschoben. Der folgende Ausschnitt (S. 81) bringt Erstaunliches über die damaligen Vorlieben der britischen Zigarrenliebhaber zu Tage:

The British happen to like their cigars rather dry as well as aged. This has led to the classic American tourist joke about the horrors of English cigar smoking... about biting off the end of a cigar and getting a cloud of tobacco dust. This ist sheer blasphemy, however, for years the Cuban makers have regularly sent their feinest selection of cigars to Great Britain, and the English climate is really quite ideal for the maturing of cigars. In their quiet way the British have answered their cigar critics by posting huge signs on certain shops which say «Green Cigars»... which means unmatured, moist Havannas intended solely for the American tourist trade, and seldom if ever smoked by the cigar-loving Englishmen.

Zigarrengeld von der Grossherzogin

In der Reihe «Musikgrössen mit Zigarrenfaible» haben wir schon über Arthur Rubinstein geschrieben, über Jean Sibelius und Richard Wagner. Heute taucht der Zigarrenrauch auch in einem Beitrag über Franz Liszt auf, der dieses Jahr seinen 200. Geburtstag feiern würde. Über die Lebensweise des Pianisten und Komponisten schreibt das Deutschlandradio («Der grösste Star des Jahrhunderts»):

Er war der grösste Star seines Jahrhunderts und lebte wirklich wie ein Mönch, ohne persönliche Bedürfnisse, und wenn er Zigarren rauchte und Cognac trank, dann waren das mit Gewissheit immer Geschenke.

Dass Liszt trotz asketischem Lebensstil immer gut mit Zigarren versorgt war, dafür sorgte Grossherzogin Sophie, wie in der Liszt-Biografie von August Göllerich zu lesen ist:

Jeden Morgen nach der Ankunft des Meisters in Weimar pflegte die Grossherzogin Sophie das Ehrengeschenk von 3000 Mark – sein «Zigarrengeld», wie er im Hinblick auf seine Gewohnheit, reichlich Zigarren zu verschenken, scherzte – durch den Hof-Courier zu senden.

Im österreichischen Eisenstadt besinnt man sich zum runden Geburtstag von Liszt auf die alten Sitten und organisiert am 30. Juni im Museumscafé einen Liszt Salon mit Musik und Zigarren:

Zu Liszts Zeiten kam es in ganz Europa zu einer Hochblüte musikalisch-literarischer Salons, wo Künstler und Philosophen Ideen und Werke austauschten. «Liszts Salon» lässt die Stimmung dieser Salon mit Musik und Literatur, Cognac und Zigarren wieder aufleben.

Eine Havanna zum 111. Geburtstag

In der kubanischen Hauptstadt Havanna feierte Ignacio Cubilla Banos am 13. Januar seinen 111. Geburtstag. Der Tages-Anzeiger zeigt heute Bilder vom Jubilar und der Geburtstagsfeier und stellt fest, dass für den «routinierten Raucher» eine Zigarre zum Geburtstag einfach dazu gehöre. Alles Gute zum Geburtstag auch von uns!

Warum Raucher nicht aussterben

20 Minuten hat herausgefunden, dass wir, also die Raucher, in gut 50 Jahren ausgestorben sind («Raucher sterben aus»). Diese Prognose stützt sich auf eine Studie von Citigroup, welche die Entwicklung des Anteils der rauchenden Bevölkerung in mehreren Industrieländern untersucht und den Trend extrapoliert hat. Immerhin gibt es je nach Land Unterschiede: Den Schweden verheisst die Statistik in weniger als 30 Jahre Rauchfreiheit. In Deutschland lebt der letzte Raucher im Jahr 2280. Grafisch präsentiert sich die Lage etwa wie folgt:

Trend Tabakkonsum kurzfristig

Das sind Bad News für den Tabakhandel. Bekanntlich sind Statistiken jedoch immer mit Vorsicht zu geniessen.

Wenn wir den Horizont etwas erweitern, so stellen wir fest, dass der Tabak in Europa mit der Entdeckung Amerikas, also etwa um 1500 bekannt wurde. «Bald war das Rauchen so verbreitet», heisst es auf Wikipedia, «dass der Zar Michail Romanow den Tabakkonsum im 16. und 17. Jahrhundert mit Strafen wie Verbannung, Exkommunikation und Hinrichtung zu bekämpfen versuchte – während andernorts 1625 erstmals die Tabaksteuer eingeführt wurde. Ab dem frühen 19. Jahrhundert war das Rauchen dann wieder sozial weitgehend akzeptiert und als Mittel zum Ausdruck von gesellschaftlichem Rang, Gelassenheit und Überlegenheit positiv besetzt.»

Wenn wir diese Entwicklungen wiederum grafisch aufzeichnen und mit einer Trendlinie (rot) versehen, präsentiert sich die Sachlage plötzlich ganz anders. Die Daten machen den Tabakkonsum sozusagen zu einem langfristigen Megatrend:

Trend Tabakkonsum langfristit

Was der Wahrheit näher kommt, möge jeder für sich entscheiden. Wahrscheinlich liegt sie irgendwo dazwischen. Nicht vergessen dürfen wir auch, dass zwischen dem Konsum von Zigaretten und dem Genuss von hochwertigem Tabak, der zum Beispiel zu Premium-Zigarren verarbeitet wird, zu unterscheiden ist. Die Zigarette ist eine relativ junge Erfindung, und der Tabakkonsum-Ausschlag nach oben im letzten Jahrhundert geht vorallem auf ihr Konto. Die Situation im Zigarrenmarkt präsentiert sich da wesentlich entspannter.

Gesucht: Davidoff Dom Pérignon

Ein Kunde von uns ist auf der Suche ist nach einer Davidoff Dom Pérignon, die bis 1991 in Kuba produziert wurde. Liest jemand mit, der im Besitz dieser Zigarre ist und Einzelstücke abgeben würde? Private oder kommerzielle Anbieter dürfen sich gerne im Kommentarfeld melden (E-Mail-Adresse wird nicht publiziert).

Unser Kunde erzählte, dass er bereits das Vergnügen hatte, eine Davidoff Aniversario 80 aus dem Jahr 1986 zu rauchen. Auf die Frage nach seinen Eindrücke schreibt er folgendes:

Die erwähnte Davidoff hatte wohl ihren Zenit überschritten. Sie war vom Geschmack her sehr mild und feingliedrig. Fast schon ein fragiles Geschmacksgerüst. Gut war sie schon, aber ich denke, es ist vor allem der Mythos, der diese Zigarren auch heute noch so erstrebenswert macht. Vom rein sensorischen Erlebnis fährt man mit einer Cohiba Siglo VI sicher besser.

Uralte Tabak-Funde

Die Geschichte des Tabaks ist alt. Die ältesten Darstellungen von rauchenden Menschen stammen aus der Maya-Kultur und werden etwa auf das Jahr 600-500 v. Chr. datiert. Noch einmal 600 Jahre früher lebte Ramses II. Im Grab des ägyptischen Pharaos fanden Forscher Tabakreste, was nicht nur für die Geschichte der Tabakkultur interessant ist, sondern auch die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus relativierte (vgl. «Tabak für Pharao»). Die Tabakpflanze selber dürfte noch viel älter sein. Der Tages-Anzeiger berichtet, dass Wissenschaftler in Peru versteinerte Tabakblätter mit einem geschätzten Alter von 2.5 Mio. Jahren gefunden haben («Forscher entdecken in Peru fossile Tabakblätter»):

«Diese Entdeckung erlaubt es, davon auszugehen, dass die Tabakpflanze bis ins Pleistozän zurückgeht und dass ihr Ursprung im Norden von Peru liegt», erklärte das Museum. Bislang waren Forscher stets davon ausgegangen, dass die ersten Spuren der Tabakpflanze zwischen 5000 und 6000 vor Christus zu finden sind.

Habanos anno 1962

Habanos-Katalog, 1962 

Habanos-Katalog aus dem Jahr 1962 (Cuban Cigar Website)

Die Cuban Cigar Website zeigt einen umfangreichen Habanos-Katalog aus dem Jahr 1962. Es ist eindrücklich, wie sich die Sortimente verändert haben. Das Sortiment von Partagas hat sich zum Beispiel fast vollständig erneuert – das häufig beklagte Verschwinden alter Formate ist also überhaupt kein neues Phänomen. Augenfällig sind die vielen Doppelfigurado-Zigarren mit spitz zulaufenden Kopf- und Fussenden, die offenbar auch in die Siebzigerjahre noch beliebt waren. Interessant ist auch das umfangreiche Sortiment von Por Larrañaga.

Wenn die Datierung stimmt, ist der Katalog drei Jahre nach der kubanischen Revolution entstanden. Trotzdem werden hier wahrscheinlich Havannas aus der Zeit vor der Revolution gezeigt.

«How Churchill found Camacho»

Die Geschichte der Zigarrenmarke Camacho wurde von zwei kubanischen Familien im Exil geschrieben: Von den Camachos, die nach Miami zogen und dort Zigarren fertigten. Und von den Eiroas, die nach der kubanischen Revolution in Honduras als Tabakfarmer gross wurden und Camacho 1995 übernahmen. Aus den Anfangszeiten von Camacho Cigars in Miami hat Cigarcyclopedia eine interessante Episode ausgegraben, die Camacho mit Sir Winston Churchill in Verbindung bringt («How Churchill found Camacho»):

Vor der Revolution lernte Churchill auf Kuba einen Unternehmer und Bierbrauer kennen, der im fortan regelmässig Havannas nach Grossbritannien sendete. Nach der Revolution verliess dieser Unternehmer wie viele andere Kuba, wollte die Lieferungen für Winston Churchill aber weiterführen und organisierte diese über den Exilkubaner Simon Camacho aus Miami.

Es sind Dankesschreiben seines Sekretärs und Notizen von Churchill selber erhalten geblieben, welche die Qualität der Camachos loben. Sein persönlicher Sekretär meldete dem Spender der Zigarren: «I find that Sir Winston has tried both the green and mature cigars, and is enjoying them both very much. If anything, he has a slight preference for the green leaf.» Mit den heutigen Camachos hatten diese frühen Camachos aus der Churchill-Ära allerdings noch nichts gemeinsam – zu dieser Zeit soll Simon Camacho noch über Vorräte von kubanischem Tabak verfügt haben.

Eine dieser Camachos aus dem Besitz von Winston Churchill wurde vor zwei Jahren bei Christie's für über 3'000 Dollar versteigert.

«Verbote zeigten wenig Wirkung»

Die Augsburger Allgemeine berichtet heute über das Referat eines Historikers zur Geschichte des Tabaks in Bayern («Wie der Fiskus auf den Tabakgeschmack kam»). Daraus ein Auszug:

Das Kurfürstentum Bayern reagierte wie die meisten deutschen Territorien auf das neue Genussmittel zunächst mit einem Verbot. Man fürchtete die Feuergefahr und wollte nicht, dass die Untertanen ihr Geld sinnlos verschwendeten. Als Beispiel nannte Nadler das in Aichach seit dem Jahr 1655 belegte Verbot des Tabakkonsums in den Wirtschaften.

Da die Verbote im Kurfürstentum Bayern jedoch wenig Wirkung zeigten, wurde Tabak mit hohen Steuern belegt. Der Historiker hatte nachweisen können, dass 1729 die Steuerbelastung bei 80 Prozent des Einkaufspreises lag. Da bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts der Lech die bayerische Westgrenze bildete, lag das Aichacher Land am Rande Bayerns. Deshalb war gerade hier der Schmuggel von Tabak weit verbreitet. Billiger Tabak gelangte aus dem Ausland nach Bayern.

100 Jahre Villiger Deutschland

Das Online-Magazin CIGARIntern von Dieter H. Wirtz hat eine Sonderausgabe zum 100-jährigen Jubiläum von Villiger Deutschland mit Geschichten und unzähligen Bildern aus dem Firmenarchiv veröffentlicht. Sehr schön gemacht und lesenswert!
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