Heute vor 105 Jahren ist die unabhängige Republik Kuba gegründet worden. Der Beitrag US-Protektorat auf Abruf des WDR zeigt, wie sich Kuba mit Hilfe der USA von der Kolonialmacht Spanien befreien konnte - nur, um sogleich unter die Einflussmacht der USA zu geraten. Der WDR-Beitrag beginnt mit einem Zitat des damaligen US-Aussenministers: 

"So wie ein im Sturm vom Baum gerissener Apfel keine andere Wahl hat, als zur Erde zu fallen, so kann auch Kuba (...) nur der Schwerkraft der Nordamerikanischen Union folgen", verkündet US-Außenminister John Quincy Adams 1823. Voraussetzung dafür sei die Lösung der Kolonie aus "der widernatürlichen Verbindung mit Spanien".

Die Befreiung von der Kolonialmacht Spanien bezahlten die Kubaner mit einer US-diktierten Verfassung. Das sogenannte Platt Amendment gestand den USA weitreichende Rechte zu. Ein Auszug aus dem zugehörigen Wikipedia-Eintrag:

Der Zusatz wurde 1903/04 in einem Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba verifiziert. Kernpunkt ist "das Recht der USA, in Kuba, zur Wahrung der kubanischen Unabhängigkeit, zur Erhaltung der Regierung, die den Schutz des Lebens, Eigentums und der individuellen Freiheit garantiert, zu intervenieren". (Artikel III) Außerdem legt das Platt Amendment in Artikel VII das Recht der USA fest, Landstrecken von Kuba "zu kaufen oder zu pachten" und als Marinestützpunkte zu benutzen.

Eine der Armeebasen, die gestützt auf das Platt Amendment entstanden sind, ist der Stützpunkt Guantánamo.