«Die Päpste und der Tabak»
Das Internetportal «Zenit» hat im Artikel «L’ erba santa – das heilige Kraut: Die Päpste und der Tabak» die spannende und ereignisreiche Geschichte des Tabaks im Kirchenstaat nachgezeichnet.
Vom «Heilig-Kreuz-Kraut»-Tabak, das durch einen Geistlichen nach Italien kam, erfährt der Leser im exzellent recherchierten Artikel, von ersten Rauchverbote in Kirchen und drastischen Strafen («In Santiago mauerte man im Jahre 1692 fünf Mönche ein, weil sie sich während religiöser Zeremonien wiederholt nicht an das päpstliche Rauchverbot gehalten hatten»), von Vatikan-eigenen Zigarren-Manufakturen und der Lust vieler Päpste am Tabak.
Barbarisch mutet im historischen Kontext die Forderung der «Physicians and Nurses Against Tobacco» an, die Papst Benedikt anlässlich seines bevorstehenden USA-Besuchs aufgerufen haben, den Vatikan zum ersten tabakfreien Staat der Welt zu erklären.
Herrschen im Vatikan bald protestantische Zustände? Eine prächtige Vorlage würde die Schweiz des 17. Jahrhunderts liefern:
1667 war in einem Kanton rückfälligen Rauchern angedroht worden, sie würden «entweder von statt und land verwisen oder mit ruthen ausgehauen oder mit einem Zeichen gebrennt». Und Jahre zuvor (1661) hatten sich die Stadtväter von Bern ermächtigt gefühlt, den Zehn Geboten den Zusatz beizufügen: «Du sollst nicht rauchen!»












