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«Die Päpste und der Tabak»

Das Internetportal «Zenit» hat im Artikel «L’ erba santa – das heilige Kraut: Die Päpste und der Tabak» die spannende und ereignisreiche Geschichte des Tabaks im Kirchenstaat nachgezeichnet.

Vom «Heilig-Kreuz-Kraut»-Tabak, das durch einen Geistlichen nach Italien kam, erfährt der Leser im exzellent recherchierten Artikel, von ersten Rauchverbote in Kirchen und drastischen Strafen («In Santiago mauerte man im Jahre 1692 fünf Mönche ein, weil sie sich während religiöser Zeremonien wiederholt nicht an das päpstliche Rauchverbot gehalten hatten»), von Vatikan-eigenen Zigarren-Manufakturen und der Lust vieler Päpste am Tabak.

Barbarisch mutet im historischen Kontext die Forderung der «Physicians and Nurses Against Tobacco» an, die Papst Benedikt anlässlich seines bevorstehenden USA-Besuchs aufgerufen haben, den Vatikan zum ersten tabakfreien Staat der Welt zu erklären.

Herrschen im Vatikan bald protestantische Zustände? Eine prächtige Vorlage würde die Schweiz des 17. Jahrhunderts liefern:

1667 war in einem Kanton rückfälligen Rauchern angedroht worden, sie würden «entweder von statt und land verwisen oder mit ruthen ausgehauen oder mit einem Zeichen gebrennt». Und Jahre zuvor (1661) hatten sich die Stadtväter von Bern ermächtigt gefühlt, den Zehn Geboten den Zusatz beizufügen: «Du sollst nicht rauchen!»

«Ein Besuch lohnt sich wirklich!»

Nino Munoz hat auf seiner Flying Cigar-Seite den Hinweis auf den Deutschland-Besuch von H. Upmann Torcedora Maritza Acuña aufgenommen und schreibt: «Sie ist eine einfache, bescheidene und herzensgute Frau, die uns in 2007 einen «Rollerkurs» in der H.Upmann Fabrik gegeben hat. Ein Besuch lohnt sich wirklich!»


Maritza und Nino

Rollerkurs in der H. Upmann Fabrik (Nino's Flying Cigar)

Zigaretten-Strategen: Einsatz für oder gegen den Kunden?

Paul Minturn von der Tabak-Vitrine hat mich darauf hingewiesen, dass das vieldiskutierte Strategiepapier von Philip Morris (Rauchverbot: Das Papier des Wolfes im Schafspelz) mittlerweile von der Philip Morris-Website entfernt wurde. Die «Anmerkungen zur Anwendung von Richtlinie 2001/37/EG und Vorschläge für die weitere Reglementierung von Tabakerzeugnissen» können jetzt auch hier heruntergeladen werden - danke an Paul Minturn für die Kopie.

Apropos Zigaretten-Strategen: Dass es auch anders geht und man sich als Tabakhersteller auch für seine Kunden stark machen kann, zeigt Reemtsma. In der Marketing Review St. Gallen hat Lars Großkurth, Head of Corporate Affairs bei Reemtsma, einen Artikel zur «Toleranz für Raucher»-Kampagne publiziert. Zwei Auszüge:

In diesem politischen und gesellschaftlichen Klima, welches zunehmend auch durch persönliche Anfeindungen und Intoleranz gegenüber Rauchern geprägt ist, wollte Reemtsma den Rauchern unter dem Motto «Ihr seid nicht allein!» signalisieren, dass sich für ihre Interessen eingesetzt wird.

Neben den bereits etablierten Kommunikationskanälen des direkten und indirekten Lobbyings will Reemtsma mit der «Toleranz für Raucher-Kampagne» den Konsumenten als  Grassroots-Element im Lobbyingprozess etablieren. Ausgehend von der Prämisse, dass die Interessen von Industrie und Konsumenten in der aktuellen Frage des Rauchverbots in Gaststätten ähnlich geartet sind und dass die «Mobilisierung öffentlicher Unterstützung», wie man am Beispiel von Umwelt-NGOs (NGO = non govermental organisation) gesehen hat, tatsächlich dazu führen kann «schwache Interessen» in «starke Interessen» zu verwandeln (Roose 2003), erscheint diese Etablierung einer dritten Kraft sinnvoll.

Der vollständige Beitrag mit dem Titel «Implementierung einer Corporate-Affairs-Strategie» ist im PDF-Format verfügbar.