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In diesem Streit kein Frieden ist

Über den Tabak wird schon lange kontrovers diskutiert. Ein schönes Beispiel dafür liefert ein Gedicht des Schriftstellers Siegmund Haber, aufgestöbert von «Die Welt» im Buch «Aussprüche deutscher Zeitgenossen über den Tabakgenuss» aus dem Jahr 1890:

Der Eine dampft voll Eifer sie,
Der Andere schmäht voll Geifer sie;
Den schaudert's, wenn nicht echt sie ist,
Der raucht, wenn noch so schlecht sie ist;
Mit vielem Geld verschafft man sie,
Gedankenlos verpafft man sie;
Wer keine hat, dem, fehlt sie sehr;
Ist sie zu leicht, dann "fleckt" sie nicht,
Und ist man krank, dann schmeckt sie nicht;
Hat man App'tit, dann sucht man sie,
Als Lump grundsätzlich schnorrt man sie,
Seekrank wirft über Bord man sie;
's giebt welche, die ganz gut man raucht,
Zu and'ren wieder Muth man braucht.
Als Nahrungsmittel gilt sie nicht,
Schon raucht als Gymnasiast man sie,
Als Hausfrau aber hasst man sie.
Kurzum: ob sie zu loben sei,
Ob gegen sie zu toben sei,
In diesem Streit kein Frieden ist,
Weil der Geschmack verschieden ist.

Verbote, Verbote, Verbote

Das neue Jahr hat eine ganze Reihe neuer Rauchverbote gebracht. In Deutschland gelten neu in elf Bundesländern restriktive Anti-Rauchergesetze, wie «Die Welt» meldet:

Ab Mitternacht gilt in acht weiteren Bundesländern ein umfassendes Rauchverbot in Kneipen und Restaurants. Damit ist das Rauchen dann in insgesamt elf Bundesländern nicht erlaubt. Bei Verstößen drohen Bußgelder. Die noch fehlenden fünf Länder wollen bis zum Sommer Verbote erlassen. Allerdings erlauben Ausnahmeregelungen außer im besonders strengen Bayern das Rauchen in abgetrennten Räumen oder Festzelten.

Auch in Frankreich heisst es seit gestern in der Gastronomie «Defense de fumer». N-tv.de schreibt im Artikel «Ab in die Fumoirs»:

Im Bistro um die Ecke am Tresen lehnen, an Kaffee oder Pastis nippen, dazu ein genüsslicher Zug an der Zigarette - damit ist in Frankreich bald Schluss. Vom 1. Januar an darf auch im Land von «Gitanes» und «Gauloises» in Restaurants, Brasserien und Bars nur noch in speziellen Raucherkabinen mit Dunstabzug gequalmt werden.

In Holland, wo die offiziellen Verbote erst Mitte Jahr in Kraft treten, hat der Hotellerie- und Gastronomieverband das Rauchverbot bei den angeschlossenen Mitgliedern per 1. Januar vorzeitig eingeführt, wie der Tazblog berichtet.

«Tabak gefährlicher als Terrorismus» titelt das Pressehaus Heidenheim eine Meldung über geplante Anti-Rauchergesetze in der Türkei. Das Ziel des türkischen Ministerpräsidents Tayyip Erdogan, der glaubt, dass «die Gefahren des Rauchens grösser sind als die des Terrors», ist die Senkung des Raucheranteils in der türkischen Bevölkerung von 33 auf 20 Prozent.

Damit ist Erdogan auf der gleichen Linie wie der frischgebackene Schweizer Bundespräsidente Pascal Couchepin. In einem Interview mit der Zeitung «Sonntag» (zitiert im Tagesanzeiger) hat er weitere Steuererhöhungen angekündigt. Auch deutlich höhere Tabaksteuern seien nicht unsozial, so Couchepin. «Denn sich selbst zu schaden, ist nicht sozial.»

Punch Robusto Edición Regional

Punch Robusto Edicion Regional

Punch Robusto Edición Regional (Premium-cigars.ch)

Während unser Blog pausiert hat, hat sich einiges getan. Kurz vor Weihnachten ist die Punch Robusto Edición Regional wie angekündigt an den Schweizer Fachhandel ausgeliefert worden.

Interessant ist, dass der Preis der limitierten Spezialität gesenkt wurde, obwohl sie vor zwei Jahren schnell ausverkauft war. Während die erste Auflage für 450 Franken je Kistchen verkauft wurde, kostet ein Kistchen der neuen Serie nur noch 400 Franken.

«Dunkle Schönheit aus Havanna»

Die letzten Welt am Sonntag-Rauchzeichen des alten Jahres hat Hans Bewersdorff den Cohiba Maduro 5 gewidmet. Im Artikel über die «Dunkle Schönheit aus Havanna» kommt er zu einem ähnlichen Schluss wie wir, wenn er schreibt:

Zusammen mit einem Freund aus Bad Vilbel setzte ich mich an die Bar für die kleine, dicke Maduro. Schnell gesellten sich die ersten Havanna-Oberlehrer zu uns. Nachdem das Standardprogramm – „ich komme gerade aus Kuba, habe die Fabriken allesamt unter die Lupe genommen, Direktoren, Roller gesprochen“ – aufgesagt war, folgte das erwartete Experten-Urteil: „Ist nix, außer teuer. Für das Geld gibt's reichlich Besseres aus Kuba.“

Was denn? Die Antworten verkümmerten im betörenden, süßen Nebenrauchstrom der glimmenden Magicos. Das Maduro-Finale verlegten wir entspannungshalber an die Würstchenbude der Halle.
Inzwischen hat sich die erste Welle heißer Luft verflüchtigt, es mehren sich die Stimmen der Kenner mit Substanz, und da fällt das Urteil anders aus: Die neue Maduro-Serie gehört zum Besten, was Kuba derzeit zu bieten hat.

Bewersdorff nimmt auch einen interessanten Kritikpunkt auf, den Ricci im Cigar Wiki-Forum geäussert hat:

Die Magicos hatte definitiv zu wenig Tabak, darauf sollte geachtet werden!

Ein bisschen wird das wohl auch Geschmacksache sein. Persönlich schätze ich die locker gerollten Havannas durchaus.

Cohiba Maduro 5

Cohiba Maduro 5 (5th Avenue)